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 Die Veröffentlichung folgenden Berichtes, erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Hans Eder:

Tachinger Feuerwehrauto wurde feierlich gesegnet

Würdige Veranstaltung mit Gottesdienst, Festzug, Weihe und Tag der offenen Tür
 

Taching am See. Mit dem vergangenen Sonntag und der Weihe des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 10/6 ging für die Feuerwehr Taching eine fast vierjährige Wartezeit zu Ende - von der ersten Antragstellung bis hin zur Auslieferung und jetzt zur offiziellen In-Dienst-Stellung. Mit einem feierlichen Gottesdienst, mit einem bunten Festzug zur Kirche und danach zurück zum Feuerwehrhaus und mit der anschließenden Segnung durch Pfarrer Walter Laakmann beging die Feuerwehr Taching diesen freudigen Anlass. Viele Gäste, Feuerwehrvereine aus der Nachbarschaft und natürlich auch die Ortsvereine waren dazu nach Taching gekommen. Und nach dem offiziellen Teil gab es einen „Tag der offenen Tür“, für die leiblichen Genüsse war dabei, wie nicht anders zu erwarten, reichlich gesorgt.

Feuerwehr-Ausrüstung von einst: Mit seinem Fendt Dieselroß, Baujahr 1937, kutschierte Alfons Helminger im Festzug eine alte Tachinger Feuerwehrspritze, die von 1912 stammt.

Bürgermeister Hubert Schmid sprach von einem wichtigen Tag, den die Tachinger Feuerwehr feiern könne: Nach dem Bau des Feuerwehrhauses habe sie jetzt auch ein neues Feuerwehrfahrzeug bekommen. Das Wort von Pfarrer Laakmann aufgreifend, der vom „Gutes reden“ gesprochen hatte, meinte Schmid, man könne von den Feuerwehrlern nur Gutes reden, die ihre Freizeit opferten, von der Arbeit wegrennen, um im Notfall zu helfen. Man müsse aber auch nichts schön reden: Dazu gehöre, dass es für eine kleine Gemeinde wie Taching eine echte Kraftanstrengung gewesen sei, dieses Auto zu finanzieren: „Aber“, so meinte er, „es muss jetzt wieder 30 Jahre gehen!“
Es sei klar, dass für die Feuerwehr ein Fahrzeug gekauft worden sei, das den Anforderungen der Zukunft entspreche. In der Hinsicht habe die Gemeinde wirtschaftlich gedacht und angesichts der schwierigen Finanzlage diese Ausgabe ganz wunderbar geschultert. Und dafür, dass es in anderen Bereichen nicht ganz so laufe, könne die Feuerwehr nichts. Im Übrigen habe man ja in der Gemeinde mit Tengling noch eine zweite Wehr, die wohl in etwa zehn Jahren an der Reihe sein werde: „Das wird sicher wieder genauso machbar sein.“

Bürgermeister Hubert Schmid (rechts) überreichte den symbolischen Fahrzeugschlüssel an Kommandant Ludwig Stief.

„Es ist fast unvollstellbar, dass es jetzt tatsächlich so weit ist“, fasste Kommandant Ludwig Stief seine Gefühlslage zusammen, als er aus der Hand des Bürgermeisters den symbolischen Fahrzeugschlüssel entgegennehmen durfte. Danach schilderte er in einzelnen Stationen, wie es zu der Anschaffung des LF 10/6 gekommen war, angefangen vom ersten Antrag an die Regierung um vorzeitige Beschaffung im Juli 2003. Großes Lob galt dem Kämmerer Bernhard Kraus, der damals rechtzeitig die Zeichen der Zeit, sprich die rückläufigen Zuschussquoten erkannt habe. Dadurch dass der Antrag schon damals gestellt worden sei, habe sich die Gemeinde fast 40.000 Euro erspart, rühmte Stief die Weitsicht des VG-Kämmerers. Das neue Löschgruppenfahrzeuges LF 10/6 Allrad hat, wie der Kommandant aufzählte, eine Leistung von 210 PS mit einem 6-Zylinder-Reihenmotor mit Turbolader und Ladeluftkühlung. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 11.000 kg. Neun Mann Besatzung finden darin Platz. Das Fahrzeug hat einen Wassertank von 1000 Litern aufzuweisen, außerdem einen 120 Liter fassenden Schaummittel-Tank - das ganze in Verbindung mit einer FireDos-Schaumzumischanlage.

Kreisbrandrat Hans Gnadl hob ebenfalls den noch guten Zuschuss hervor, den Taching bekommen hatte, und bedauerte, dass die öffentlichen Gelder für Feuerwehr-Anschaffungen so rückläufig seien. Die Gemeinde habe die Anschaffung zügig durchgezogen, lobte er. Mit dem neuen Fahrzeug wünschte Gnadl allzeit gute Fahrt. Schließlich hob auch noch Jürgen Kannowski, der Vertreter der Firma Iveco Magirus, von der das Auto stammt, die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Taching hervor und übergab an den Kommandanten ein Feuerwehrbeil als „Zeichen der Macht“. 
Wie es Taching guter Brauch ist, war der Gottesdienst, den Pfarrer Walter Laakmann zelebrierte, wieder von einer interessanten, vielschichtigen musikalischen Gestaltung bestimmt. Volksgesänge, teilweise mit Überstimmen des Chors und von den Instrumentengruppe begleitet, und einige Lieder des Chors allein, geleitet von Barbara Danninger, bildeten den Rahmen der musikalischen Gestaltung. Interessant waren auch teilweise auf religiöse Inhalte - von Pfarrer Laakmann selbst - umgetextete Lieder nach bekannten Melodien wie etwa „La Montanara“, „Freude, schöner Götterfunken“, „Es muss ein Sonntag g’wesn sein“ oder „Kein schöner Land“.

Feierliche Atmosphäre beim großen Tag der Tachinger Feuerwehr mit dem blumengeschmückten Auto, den Fahnen der Vereine und dem schmucken neuen Feuerwehrhaus im Hintergrund.

Pfarrer Walter Laakmann segnete das neue Tachinger Feuerwehrauto
und wünschte allzeit gute Heimkehr von den Einsätzen. 

Bei seinen Ausführungen während des Gottesdienstes und anschließend bei der Fahrzeugweihe meinte Pfarrer Laakmann, es gehe darum, für all die vielen, die Jahr für Jahr bei der Feuerwehr ihre Arbeit verrichten, den Segen Gottes zu erbitten. Solche Feierlichkeiten beginnen in unserer Gegend, so habe auch der Feuerwehrkommandant gemeint, im „Haus Gottes“. Der Dank der Gemeinde gelte den Feuerwehrleuten, die „in gemeindestiftendem Miteinander“ vormachten, was es heiße, dass einer des anderen Last tragen solle. Im Übrigen, so der Pfarrer weiter, gehörten Unglück und Elend zum Leben des Menschen dazu. Leiden sei sicherlich oft schwer zu verstehen, sei aber Teil des Lebens, sei keineswegs nicht sinn- und wertlos, führe auch dazu, dass Liebe und Kräfte füreinander wachsen könnten. Die Bitte um Gottes Segen werde mit großem Vertrauen ausgesprochen, auch wenn wir oft nicht unmittelbar erfahren könnten, dass diese Bitte auch Wirkung zeige. Tatsächlich komme der Segen Gottes durch die Hand der Menschen, „durch die Arbeit und Mithilfe von uns Menschen“.
Einen schönen Gegensatz zwischen den modernen Gerätschaften für die Feuerwehr heutiger Tage und der Ausrüstung von anno dazumal zeigte eine Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1912, die im Festzug mitgeführt wurde. Auch die „Zugmaschine“ war etwas ganz Besonderes: ein Fendt Dieselroß F 18, Baujahr 1937, das Besitzer Alfons Helminger aus Taching stolz chauffierte. Auf der Spritze saßen, dekorativ mit den alten Helme ausgestattet, bejahrte Feuerwehrler und Altbürgermeister Josef Mayer. Aber auch sonst bot der Festzug einen schönen Anblick, angeführt von der Tenglinger Blaskapelle unter Leitung von Konrad Waldherr, mit all den vielen Feuerwehr- und Ortsvereinen und ihren Fahnenabordnungen. Sehr schön geschmückt war natürlich das neue Feuerwehrauto: Dafür zeichneten Anni Helminger, Heidi Stockhammer und Johanna Prambs verantwortlich. he